Schadstofffrei hilft Delfinen

In unseren Meeren befindet sich mittlerweile ein Cocktail aus weit über 100 000 industriell produzierter Chemikalien. Viele dieser Stoffe reichern sich über die Nahrungskette von Plankton zu Delfinen zu millionenfach erhöhten Konzentrationen an.


Delfine reichern viele Schadstoffe im Fettgewebe an. Werden Fettreserven aufgebraucht, kommt es zu akuten Vergiftungen (Foto: ???).


Machen Sie mit, gestalten Sie Ihr Leben schadstoffarm. Das erscheint zunächst besonders schwierig, da wir in unserem ganzen Leben von industriell erzeugten Schadstoffen umgeben sind. Achten Sie deshalb auf Umweltsiegel wie der das "Bio" Siegel der EU oder den "Blauen Engel".

Der bewusste Kauf ökologisch produzierter Lebensmittel hilft, dass keine Pestizide hergestellt und in die Umwelt ausgebracht werden müssen. Die Schadstofffracht unserer Gewässer kann damit deutlich gesenkt werden.

In Computern und anderen Elektrogeräten finden sich häufig giftige Flammschutzmittel in hohen Konzentrationen. Mit der Verwendung gebrauchter Komponenten oder der Verschiebung einer Anschaffung kann die Umweltbelastung durch diese Stoffe deutlich verringert werden. Auch in Polstermöbeln und Teppichen sind oft krebserregende Flammschutzmittel enthalten. Es gibt mittlerweile aber auch Produzenten, die ganz auf diese Problemstoffe verzichten. Informationen dazu gibt es im Naturbaustoffhandel.

Weichmacher in Kunststoffen sind generell problematisch für die Umwelt. Sie reichern sich in Delfinen stark an. Vor allem Phthalate und Chlorparaffine greifen in das Hormonsystem von Mensch und Tier ein. Der Schaumrücken von Teppichen, PVC-Fußbodenbeläge, "Gummi"-artikel beim Kinderspielzeug sind, wie alle weichen Kunststoffteile, Beispiele für Produkte, die diese Stoffe in großen Mengen enthalten. Auch das beliebte Laminat ist ein Kunststoffboden und enthält giftige Phosphorsäureester als Flammschutzmittel.

Der Import mancher bekannter Problemstoffe ist zwar verboten, aber mangels Kontrollen gelangen sie dennoch auf den europäischen Markt. Der konsequente Konsum ökologischer Materialien (z. B. Naturlatex) kann hier Abhilfe schaffen. Als Alternative zu Laminat oder PVC-Böden bieten sich Holz, Kork oder keramische Bodenbeläge an. Im ersten Moment sind diese Produkte meist teurer, aber auch deutlich länger haltbar und es gasen keine Schadstoffe aus. Auch der Gesundheitsaspekt sollte nicht außer Acht gelassen werden. So hat schon manches Billigangebot durch die Beeinträchtigung unserer Gesundheit hohe Folgekosten verursacht.


Die Chemieindustrie erfreut uns mit vielen überflüssigen Produkten, die es "in sich" haben (Foto: S. Koschinski)


Verwenden Sie konsequent Recyclingprodukte. In der Papierherstellung entstehen zum Beispiel immer noch chlororganische und andere Schadstoffe, die ins Meer gelangen. Schadstoffe aus kanadischen Zellstoffwerken werden in hohen Konzentrationen mit der Muttermilch von Schwertwalmüttern auf ihre Kälber übertragen. Der Zellstoff aus diesen Fabriken wird nach Europa exportiert und ist auch in Ihrem Klopapier oder Schreibpapier enthalten!

Übrigens auch jeder nicht mit dem Auto zurückgelegte Kilometer und jede Energieeinsparung im Haushalt hilft den Delfinen. Die Ölgewinnung und der Öltransport über die Meere führt zu erheblichen Schallbelastung (Link Lärm) und Umweltrisiken im Lebensraum der Delfine und stellt ein erhebliches Problem dar. Auch ist der Effekt der Klimaveränderung auf Delfine nicht zu unterschätzen.
GRD-Presse