Atomklo Nordsee!

Wie viel strahlendes Abwasser erzeuge ich eigentlich mit meinem Stromverbrauch?
Durch die Klimaschutzdebatte bekommt die Atomkraft plötzlich wieder spürbar Rückenwind, auch in Deutschland. Ewiggestrige Politiker wünschen sich schon neue Atomkraftwerke in Deutschland. Die großen Stromkonzerne (RWE, Vattenfall, E-On, ENBW) beantragen Genehmigungen für den Weiterbetrieb ihrer alten Schrottmeiler bis nach der nächsten Bundestagswahl, in der Hoffnung, eine anders geartete Regierung wird den dauerhaften Weiterbetrieb legalisieren.


Atomkraftwerk Biblis (Foto: H.-G. Oed, BMU Bilderdatenbank)


Was in der Debatte um die "klimafreundlichen" Atomkraftwerke gerne verschwiegen wird, (vielleicht weil es eigentlich jeder weiß) sind die strahlenden Abfälle, die von den nächsten 1000 Generationen bewacht werden müssen.

Was aber auch vergessen wird, sind die strahlenden Abfallprodukte, die schon heute frei werden und das Ökosystem Meer mit strahlenden Partikeln (vom Uran bis zum Plutonium) belasten. Wale und Delfine im Ärmelkanal und in der Nordsee werden durch die Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague hohen Strahlenbelastungen ausgesetzt, die Krebs erzeugen und das Erbgut schädigen können. Sogar in der Ostsee ist die Strahlung der Atomfabrik noch nachweisbar!

Was passiert bei der "Wiederaufbereitung"?
In einem chemischen Verfahren werden hochgiftiges Plutonium und Uran aus abgebrannten Brennelementen abgetrennt. Da für die Wiederaufarbeitung zahlreiche Hilfsstoffe, Chemikalien und Werkzeuge notwendig sind, vervielfacht sich der Atommüllberg hierbei um das 20fache. Zusätzlich werden erhebliche Mengen radioaktiver Abwässer (über 500.000.000 Liter im Jahr!, Quelle: Greenpeace) in den Ärmelkanal gepumpt sowie radioaktive Abgase in die Luft abgegeben.

Greenpeace untersuchte Meeressediment an der Abwasserleitung der Atomfabrik La Hague. Die Proben enthielten derart viel Plutonium, dass sie nach deutschem Recht als kernbrennstoffhaltig einzustufen sind. Die Meeresverseuchung bei La Hague hat bereits Ausmaße angenommen, die mit Kontaminationen nach nuklearen Großunfällen vergleichbar sind. Partikel aus dem Abwasser wiesen Kobalt-60 und Ruthenium-106 sowie des äußerst gefährliche Americium-241 auf. Die radioaktiven Teilchen sind wasserunlöslich, strahlen Hunderte von Jahren und können über Fische und Meeresfrüchte auch in die Nahrungskette des Menschen gelangen!

Und was habe ich damit zu tun?
Ein westdeutscher Durchschnittshaushalt verbraucht 3.343 kWh Strom jährlich (Quelle: BDE). Beim durchschnittlichen bundesdeutschen Strommix produziert jeder Haushalt 2,7 g Atommüll (0,8 mg/kwh, Quelle: EWS). In La Hague werden dann bei der Verarbeitung dieses Atommülls noch einmal 842 ml radioaktives Abwasser in den Ärmelkanal gepumpt.

Jeder Haushalt, der aus der Atomkraft aussteigt, erspart also den Delfinen im Ärmelkanal fast einen Liter strahlendes Abwasser im Jahr!

Wie viel strahlendes Abwasser kann ich der Umwelt ersparen?

Jeder, der aus der Atomkraft aussteigt, leistet einen kleinen aber sehr direkten Beitrag für das Überleben der Delfine und Wale und den Erhalt ihrer Lebensräume!


Dieser kleine Rechner ermittelt anhand Ihres Jahresstromverbrauchs, wieviel Gramm radioaktiven Müll und wieviel Liter radioaktives Abwasser Sie durch einen Wechsel Ihres Stromlieferanten sich und der Umwelt ersparen können.

Ihr Jahresstromverbrauch (in kWh): kWh (Kommabetrag mit Punkt eingeben!)

Ein Wechsel des Stromanbieters würde die Umwelt um

Gramm radioaktiven Mülls und

Liter radioaktiven Abwassers entlasten.


Jeder Liter zählt!

Die Radioaktivität im Abwasser liegt über 200 Millionen Bequerel pro Liter. Für Nahrungsmittel gilt ein Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm, für Milchprodukte und Säuglingsnahrung 370 Bq/kg. Der Hauptbelastungsfaktor für Menschen und Delfine ist die Verstrahlung über Fisch und andere Meeresfrüchte, in denen sich strahlende Partikel anreichern.


Animierte Grafik zur Ausbreitung radioaktiver Abwässer der Wiederaufbereitungsanlagen La Hague und Sellafield (Greenpeace 2000)


Wie steige ich aus der Atomkraft aus?
Kehren Sie den großen deutschen Energieerzeugern den Rücken. Auch die meisten Stadtwerke verkaufen deren Atomstrom. Also müssen auch sie auf den Prüfstand. Kaufen Sie auch keinen "grünen" Strom von einem Anbieter, der ebenfalls Atomstrom verkauft. Sie bezahlen dann mehr für denselben Strom, ein Mitnahmeeffekt der Stromanbieter.

Welche Stromanbieter bereits atomfrei sind, erfahren Sie hier:
www.atomausstieg-selbermachen.de